Dez 292012
 

Wir hoffen ihr habt Weihnachten gut verbracht und geniesst die Tage bis zum neuen Jahr. Wer seine ungewollten Geschenke an dankbare Abnehmer wieder loswerden will, dem sei ans Herz gelegt, sie doch einfach bei gnibble wieder einzustellen. Re-gifting heißt das auf Neu-Englisch. Ein passender deutscher Begriff ist mir nicht eingefallen, vielleicht hat einer von euch einen parat!

Doch eigentlich will ich euch von einer weitreichenden Verbesserung auf gnibble erzählen.

Der natürliche Vorgang beim Leihen, etwa unter Freunden, ist eher suchgesteuert, das heißt, wenn ich etwas brauche, frage ich in meinem Freundeskreis nach. Wenn dann jemand hat, was ich suche, wird er sich melden. Ich erzähle ja nicht all meinen Freunden, was ich alles hab, falls mal jemand etwas nutzen möchte. Genau hier haben wir angesetzt und dieses Verhalten jetzt besser abgebildet und auf unseren Fokus, die Stärkung von lokalen Gemeinschaften, ausgeweitet.

Ziel ist es, mit einem Gesuch möglichst die Leute zu erreichen, die mir das Gesuchte am wahrscheinlichsten (Freunde) und einfachsten (Leute in meiner unmittelbaren Nähe) bereitstellen können und genau diese Leute werden wir ab sofort über Facebook und E-mail benachrichtigen. Neue Gesuche und auch neue gnibbles in deiner Nähe werden dir jetzt nicht mehr entgehen. Keine Sorge, wir sind natürlich bemüht,  Anfragen und Neu-gnibbles nur an relevante Zuhörer weiterzuleiten. Unser langfristiges Ziel wird es sein, einen Service zu etablieren, der schnell und effektiv genau das findet was man braucht, ohne es kaufen zu müssen und dabei nur die potentiellen Geber benachrichtigt. Bis dahin ist es noch ein Stück, aber der erste Schritt ist getan.

Daher freuen wir uns jetzt neben den aktiven gnibble-Gebern auch über passive Mithörer, die bei Bedarf aktiv werden und Freunde und Nachbarn an ihren Dingen teilhaben lassen. Auf der anderen Seite entgeht dir so auch nicht, was es an neuen Geschenken und Leihgaben in deinem Kiez zu holen gibt.

Also an alle die noch nicht registriert sind: Mitmachen, mithören, glücklich geben, Welt verbessern. Wir brauchen euch!

Bis bald und kommt gut ins neue Jahr.

Dez 052012
 
Schenk-gnibble

Schenk-gnibble

Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, Ressourcen effizienter nutzbar zu machen und dabei einen Bereich bislang stiefmütterlich vernachlässigt. Was ist mit den Dingen, die ich nicht mehr benötige und eigentlich gar nicht verleihen, sprich zurückbekommen möchte. Die Dinge die zu gut sind, um sie wegzuwerfen, mir den Ebay-Aufwand aber nicht wert sind.

Was ich mir für diese Dinge wünsche, ist eine Möglichkeit sie unkompliziert an jemanden abzugeben, der sie gut gebrauchen kann. Aus Staubfängern werden Gebrauchsgegenstände mit Gutfühl-Feedback.

Ja, dann machen wir das doch, dachten wir uns und Voila da hab ihr’s. gnibble goes schenking!

Die neuen Schenk-Dich-glücklich-Funktionen könnt ihr ab sofort auf gnibble.com nutzen. Wir geben euch die Möglichkeit den geeigneten, dankbaren Schenkempfänger zu finden und euren ausgedienten Dingen zu neuer Nutzung zu verhelfen.

Wir haben aber noch weiter gedacht!

Warum muss denn das Schenk-gnibble nach seiner Nutzung bei seinem neuen Halter liegenbleiben? Wie wäre es, wenn es stattdessen zum nächsten Nutzungswilligen weiterwandern könnte? Die Idee der nach Nutzungsbedarf frei fließenden Güter hat uns mächtig imponiert und genau das haben wir in erster Ausbaustufe realisiert. Du übergibst dein gnibble einem freien Fluss, in dem es sich nach Bedarf durch viele Hände bewegt. Du kannst sehen, wer es hatte, was er/sie erlebt hat und wo es war.

Du denkst das ist cool? Wart’s ab, wir haben noch viel mehr!
Bleibt dran, macht mit, gebt und nehmt,  denn ohne euch geht nix!

Eurer gnibble-Team

 

Nov 252012
 

Wenn ich mich mit der Frage beschäftige, wie wir Wirtschaft in Zukunft gestalten könnten und mir anschaue was im Internet dazu geschrieben wird, dann sehe ich immer wieder Artikel zum Thema Geschenkökonomie.

Was passiert, wenn ich meine ungewollte Dingen nicht einfach vor die Tür stelle, sondern sie dem nächsten Nutzer übergebe und folglich weiß, wer jetzt benutzt, was ich nicht mehr brauchte?
Was macht das mit mir und was mit dem anderen?
Gibt es Rahmenbedingungen auf die wir uns verständigen müssen und wenn ja auf welche?

Was habe ich davon zu schenken oder mich beschenken zu lassen? Letzteres scheint offensichtlich, doch kann ich glauben, dass mir jemand etwas schenkt ohne jegliche Gegenleistung zu erwarten? Bleibt etwas offen, das einen Ausgleich verlangt?

Auf diese Fragen hätte ich gern mehr Antworten. Eine erste Antwort konnte ich bereits aus eigener Erfahrung erhalten.

Ich habe kürzlich ein Jackett geschenkt bekommen. Ich brauchte ein Jackett in einer bestimmten Farbe und hatte nichts dergleichen im Schrank. Eine Freundin meinte, sie hätte da was, das könnte passen. Mein erster Impuls war, es mir zu leihen und das Angebot des Geschenks hat mich überrascht, schließlich handelt es sich um ein Designer-Stück.

Der Gedanke keine Gegenleistung zu erbringen, war mir unangenehm, also habe ich wenigstens eine Danke-Karte geschrieben. Wenn ich heute an das Stück denke oder es trage, empfinde ich sehr deutlich, dass es  geschenkt bekommen habe.

Anders ist das bei Kleidungsstücken, die ich von Klamottentauschparties mitgenommen habe. Hier fühlt es sich an, als würden die Stücke noch ein wenig den Vorbesitzern gehören. Der erste Unterschied der mir auffällt, ist, dass es keine ‘Ich schenke Dir dieses Kleidungsstück’-Übergabesituation gegeben hat. In einer Kauf-Situation ist das der Moment in dem ich das Geld gebe und die Verkäuferin mir die Ware überreicht. Wenn mir der Preis im Nachhinein nicht als zu hoch vorkommt, ist die Sache damit auch aus meinen Gedanken.
Für mich als Gebende bei Klamottentauschparties sind die Stücke aus meinen Gedanken, sobald die Freundin es mitgenommen hat. Unabhängig davon ob es eine Übergabezeremonie gegeben hat oder nicht. Offenbar hab ich mich von dem Stück schon verabschiedet als ich es aussortiert habe.

Ich glaube, dass jeder Austausch (also auch das Schenken) immer nach einem Ausgleich verlangt. Das ist es nicht nur kulturelle Konvention, sondern eine Gesetzmäßigkeit auf deren Basis sich Systeme im Gleichgewicht halten. Die Frage ist nur auf welches System beziehen wir uns? Auf unsere Familie oder rechnen wir noch den Freundeskreis hinzu, zählt auch die Nachbarschaft zu dem System innerhalb dessen das was ich gebe wieder zu mir zurückkommen darf oder ist es die ganze Stad? Ich kann die Grenzen in Raum und Zeit beliebig weit setzen.
Auch die Form des Ausgleichs kann ich weiter fassen. Das was ich gebe wird den selben Energie-Wert haben wie das was ich bekomme. Wäre das nicht so wäre das System nicht im Gleichgewicht. Damit kann ich ein Jackett von einer Freundin annehmen und einer anderen Freundin ein offenes Ohr schenken, wenn diese sich mal einen Abend lang über ihren Mann beschweren will.

Mein Fazit:

Es braucht für den Akt des Schenkens eine Übergabezeremonie.
Der Gebende sollte sich vor der Herausgabe bewusst von dem Stück verabschieden.
Die Übergabe gibt dem Schenkenden die Gelegenheit das Stück bewusst herauszugeben und dem Beschenkten es in Empfang zu nehmen und als sein Eigentum anzunehmen.

Für mich ist der Gedanke der Geschenkökonomie eine Einladung die Grenzen meines Denkens zu weiten.

Nov 072012
 

Willkommen beim neuen gnibble

Wir haben uns mächtig ins Zeug gelegt, euer Feedback der vergangenen Wochen und Monate in konkrete Formen zu gießen und gnibble intuitiver, schöner, schneller und effizienter zu machen.

Heute sind wir mächtig stolz darauf, euch das neue, aufgeräumte und viieeel schönere gnibble präsentieren zu können und hoffen, dass es euch genauso gut gefällt wie uns. Unter gnibble.com  könnt ihr jetzt das taufrische Ergebnis bewundern.

Neben der offensichtlichen optischen Überarbeitung haben wir auch viel vereinfacht, umbenannt, besser erklärt und sinnvoller verlinkt. So ist jetzt etwa die Kartenansicht zur übersichtlichen geografischen Darstellung der gefundenen gnibbles immer omnipräsent und in Vollbild über einen einfachen Klick zu erreichen.  Nicht nur die Karte hat mehr Platz bekommen, sondern auch die Darstellung der gnibbles selbst. Relevante Informationen übersichtlicher und attraktiver auf mehr Raum darzustellen, war unsere Mission.

Ganz neu ist, dass man sich gnibbles, die einem besonders gefallen, in einer Favoritenlisten merken kann, um sie später einfach wiederzufinden. Neben all den Neuerungen und Umgestaltungen haben wir es natürlich nicht versäumt, einige gefundene Bugs zu fixen. Vielen Dank an alle, die mitgeholfen haben, diese aufzuspüren! Natürlich sind wir auch jetzt brennend interessiert, was ihr vom neuen gnibble haltet und freuen uns über jedes Feedback.

Wir sind froh, dank eurer Kritik einen weiteren Evolutionsschritt  vorangebracht zu haben. Nun planen und basteln wir bereits fleißig an kommenden Verbesserungen. Wir haben noch soo viel vor :) .

Sep 122012
 

Auch wenn es nach außen hin eher ruhig war, hat sich in den letzten Wochen bei gnibble einiges getan. Wir haben an vielen kleinen und größeren Funktionen gewerkelt – immer mit dem Ziel, die Plattform so einfach wie möglich zu gestalten. Nutzer sollen reibungslos gnibbles ausleihen und verborgen können und dabei stets volle Kontrolle über ihre persönlichen Daten und bevorzugte Einstellungen haben.
Und nachdem nun unter der Haube viel geschraubt wurde, kommt bald die Oberfläche dran.

Das ist alles neu:

Verfügbarkeit einstellen
Es gibt nun einen Kalender, in dem man öfter verfügbare Zeiten allgemein festlegen kann, um sie nicht jedes Mal neu angeben zu müssen. Hat man zum Beispiel nur unter der Woche abends Zeit, hält man dies im Kalender fest und fertig.

gnibble Kalender

Der neue Verfügbarkeits-Kalender

Zeiten vorschlagen
Bei der Buchung kann man jetzt mehrere Zeiten auswählen, die für eine Übergabe oder Rückgabe infrage kommen. Die angebotenen Zeiten entsprechen denen, die der Besitzer des gnibbles in seinem Kalender freigegeben hat. Der Besitzer kann dann entweder eine der vorgeschlagenen Zeiten annehmen oder selbst neue vorschlagen.

Transparente Datenfreigabe 
Nutzer entscheiden, wie sie nach einer Buchung die Angaben für den Austausch des gnibbles (also Übergabe-Adresse, E-Mail und/oder Telefon) freigeben wollen.

Übergabe-Ort direkt festlegen
Man kann nun auch den Ort der Übergabe bzw. Rückgabe gleich bei der Anfrage auswählen. Der Vorteil:  Hat der andere User seine Adresse freigegeben, sieht man diese direkt bei bestätigter Buchung.

 

Aug 282012
 
Elektro Fahrrad

Ja, das würde ich auch gnibblen. (Fotoquelle: Kanalvoll via Wikimedia Commons)

Wir werden immer wieder gefragt, welche Dinge sich für ein gemeinsam nutzbares gnibble qualifizieren, eine Frage, die auch uns von an Anfang beschäftigt hat.

Es gibt eine ganze Reihe von Dingen, die ganz klar keine guten gnibbles sind. Für meine Zahnbürste etwa wird sich sicher keiner interessieren und mein Sofa eignet sich auch nur bedingt. Der Reise-Katzenkorb, den ich neulich bei Leila gesehen habe, scheint mir jedoch ein recht gutes gnibble zu sein.

Was macht also ein gutes gnibble aus? Was sollte ich anderen anbieten? Was wird überhaupt jemand haben wollen?
Fragen, denen man sofort gegenübersteht, wenn man durch seine eigenen Dinge geht und überlegt, was man denn nun auf gnibble.com einstellen soll. Was keiner will, muss ich auch nicht zur Verfügung stellen.

teurer und seltener genutzt ist besser
Als ich gestern in the mesh von Lisa Gansky schmökerte, einem der Klassiker im Zusammenhang mit Collaborative Consumption, wurde ich einmal mehr an diese Frage erinnert. Lisa Gansky reduziert die qualifizierenden Faktoren auf den Preis und Häufigkeit der Nutzung. Je teurer etwas ist und je seltener ich es nutzen werde, desto besser eignet es sich als verleihbares, teilbares Gut. Die Zahnbürste ist sowohl billig als auch in häufiger Nutzung (bei den meisten zumindest) und stellt damit quasi das Anti-gnibble dar, eine Taschenlampe ist zwar selten genutzt, aber recht preiswert, während ein Handy zwar teuer ist aber täglich genutzt wird. Mein Sofa scheidet allerdings in erster Line wegen ungenügender Transportabilität aus. Es gibt also weitere Faktoren.
Ich habe mal zusammengetragen, was mir noch als wesentlich erscheint:

stabiler ist besser
Ein robustes Produkt kommt mit größter Wahrscheinlichkeit auch heil wieder zurück. Ein Boule-Spiel kriegt man kaum kaputt.

leichter ist besser
Ein einfach zu transportierendes Produkt, erleichtert die Transportwege. Bücher oder Konsolenspiele funktionieren daher gut.

größer ist besser
Auch sperrigere Dinge, die transportabel sind, eignen sich, da man diese aus Platzgründen oft schlecht unterbringen kann. Zum Beispiel ein Lastenfahrrad, Partyzelt oder eben auch der Katzenkorb.

höherwertiger ist besser
Bessere Qualität macht auch bei der Nutzung mehr Spaß. Gutes Werkzeug ziehe ich eher der billigen Variante vor, die ich mir leisten könnte.

kurzfristiger ist schlechter
Wenn ich etwas sehr spontan benötige, dauert gnibblen womöglich zu lang. Ein Feuerlöscher will man im Notfall nicht extra gnibblen.

einfacher ist besser
Je weniger ich zur Nutzung erklären muss, desto besser. In ein Paddelboot setzt man sich rein und paddelt los. Gut.

exklusiver ist besser
Es gibt Dinge, die würde ich mir niemals kaufen, aber es reizt mich, sie mal auszuprobieren. Man könnte diese Produkte auch als Lifestyle- oder Funprodukte bezeichnen. Das Elektrofahrrad, das heute als Gesuch dazugekommen ist, passt da gut rein, oder die Slackline, die angeboten wird.

Alle oben genannten Punkte, inklusive Preis- und Nutzungshäufigkeit, sind jedoch relativ zur Ausleihhürde zu betrachten. Je umständlicher es ist, Dinge zu finden, zu bekommen und wieder loszuwerden, desto wichtiger ist die Eignung als gnibble in den oben genannten Punkten. Sicherheit, Vertrauen und Zuverlässigkeit spielen auch hinein.
Mit anderen Worten: Je besser wir gnibble gestalten, desto mehr Produkte eignen sich.

Wir arbeiten daran.

Aug 072012
 

Hallo, mein Name ist Gordon und ich habe gnibble mitgegründet. Wie es dazu kam, ist eine persönliche Geschichte.
Ich hatte schon eine einige Jahre als Web-Entwickler an verschiedensten Projekten und mit tollen Teams gearbeitet,  doch in den letzten Jahren drängten sich zunehmend Fragen auf wie: Wofür arbeite ich eigentlich? und: Muss es da nicht noch mehr geben?
Mein Verlangen an etwas mitzuwirken, das über ein angenehmes Arbeitsklima und finanzielle Absicherung hinausgeht, wurde größer. Ich wollte motiviert morgens aufstehen können und wissen, dass ich mit meiner Arbeit einen Beitrag leiste, der wirklich wichtig, wirklich sinnvoll ist!

Im Iran

Im Iran

Reisen
Ich liebe es zu reisen (und meine Erlebnisse festzuhalten). Mit dem Motorrad bin ich bis in abgelegenste  Gegenden der Welt vorgedrungen, habe Menschen in unterschiedlichsten Lebenssituationen getroffen und ihre Gastfreundschaft genossen. Dabei hat mich immer wieder fasziniert zu beobachten, wie Menschen leben und was sie glücklich macht. Egal wo ich war, eine Beobachtung wiederholte sich: Sobald ein Minimum an Lebensgrundlage gegeben war, Essen und ein Dach über dem Kopf, schien zusätzlicher materieller Besitz kaum ausschlaggebend dafür zu sein, wie glücklich und zufrieden jemand ist.

Was mich beunruhigt
Ich schaue mich in der Welt um und sehe einen immer stärkeren Drang nach Wachstum. Die fixe Idee, dass Wachstum der heilige Gral der Menschheit sei, scheint tief in unserem Denken verankert. Während wir unseren konsumorientierten Lebensstil beibehalten, der uns doch nur leer und unerfüllt  zurücklässt, schadet unser Streben nach immer mehr unserem Planeten, zerstört das Klima, misshandelt Tiere und erschöpft die natürlichen Ressourcen. Gesundes Wachstum ist gut, aber unbegrenztes, krebsartiges Wachstum um seiner selbst willen wirkt destruktiv und wird über kurz oder lang unsere Lebensgrundlage zerstören.

Etwas tun
Ich beschloss, etwas zu tun. Es sollte dabei helfen, uns glücklicher zu machen, unsere Haltung zu Konsum und Eigentum neu zu definieren und einen Beitrag zu geringerer Umweltbelastung leisten. Für mich und meine gleichgesinnten Mitstreiter war das der Ansporn und Anlass um gnibble zu gründen.
Das Ziel: vorhandene Ressourcen, für alle zugänglich und nutzbar zu machen, statt zu besitzen und zu horten.
Der Weg: eine neue Plattform schaffen, die den Austausch von Dingen in einem Peer-to-Peer-Netzwerk zwischen Nachbarn und Freunden organisiert.
Wir glauben, dass bereits vorhandene Sachen (oder gnibbles, wie wir sie nennen) viel mehr und effizienter genutzt werden können. Durch die gemeinsame Nutzung bekommen wir, was wir wollen und brauchen und können dabei sowohl vielfältiger als auch leichter durchs Leben gehen. Zu geben macht genauso glücklich, wie etwas zu bekommen – wenn nicht noch glücklicher. Es schafft Verbindungen zwischen Menschen und Platz in der eigenen Wohnung und im Leben.

Diese Idee in die Tat umzusetzen, ist eine große Herausforderung und eine lange Reise.
Der Erfolg von gnibble hängt von vielen Faktoren ab und bedarf sicher auch einer Prise Idealismus und Glück, aber selbst wenn er ausbleiben sollte, weiß ich doch, dass ich das richtige tue, für die Umwelt und für mich.

Jul 292012
 

Foto: Rick McCharles via Wikimedia Commons

Was haben Wäscheleinen mit der Sharing-Economy zu tun? So einiges, meint Tim O’Reilly, Softwareentwickler und Mitbegründer der Open Source Bewegung.

Bei der jährlichen Open Source Convention in Portland gab er kürzlich in seinem Vortrag The Clothesline Paradox and the Sharing Economy interessante Gedankenanstöße zur Ökonomie des Teilens. O’Reilly kam dabei auf das so genannte Wäscheleinen-Paradox zu sprechen.

Wenn man Wäsche im Wäschetrockner trocknet, lässt sich die verbrauchte Energie messen und bis auf den Cent berechnen. Führt man Buch, so könnte man nun die Kosten für das Wäschetrocknen als monatliche Ausgaben genau benennen. Schafft man den Trockner ab und trocknet die Wäsche fortan in der Sonne, registriert man den Gegenwert, also die kostenlose Trocknerleistung, jedoch nicht als Einnahme. Der zuvor benötigte Strom wurde durch Solarenergie in ihrer direktesten Form ersetzt. In Statistiken über den Anteil an Sonnenenergie tauchen die vielen Kilowattstunden, die die Wäscheleinen sparen, dennoch nirgendwo auf. Diese Darstellung führt in die Irre, denn sie verzerrt die Wahrnehmung des Wertes von Dingen zugunsten derer, die erfasst werden.

Und was wäre mit einem Werkzeug, das man nicht für fünfzig Euro kauft, sondern für fünf  Euro ausleiht? Im Gegensatz zum Kaufpreis erscheinen die gesparten 45 Euro nicht als eigener Posten auf irgendeiner  Abrechnung. Genausowenig wie Rohstoff- und Energieverbrauch und Kohlendioxidausstoß, die gar nicht erst anfielen, weil nichts Neues produziert werden musste. Aber auch das ist eine Form von Wertschöpfung.

Wirtschaft wird im Allgemeinen als Kreislauf verstanden, in dem Sachen produziert, verkauft und verbraucht werden. O’Reilly fordert dazu auf, den größeren Zusammenhang zu sehen: ein ganzheitliches Ökosystem von geschaffenen Werten, von denen nicht alle messbar sind. Zum Beispiel Software, die nichts kostet und als Grundlage für neue Projekte und Firmen dient, Sonnenstrahlen, die gratis Wäsche trocknen, oder auch Dinge, die man nicht kauft, sondern mit anderen teilt.

Jul 222012
 

Was motiviert Menschen zum Teilen und was hält sie davon ab? Eine Frage, die uns bei gnibble tagtäglich beschäftigt. Nun hat sich eine aktuelle Studie der  University of Pittsburgh und University of South Carolina genau damit auseinandergesetzt und einige interessante Ergebnisse geliefert.

So zeigte die Untersuchung, dass es den Nutzern von Sharing-Plattformen primär um materielle Vorteile geht – allen voran der Wunsch Geld zu sparen. Moralische Beweggründe wurden seltener angeführt (allerdings weisen die Autoren darauf hin, dass nur kommerzielle Plattformen untersucht wurden).

Der allerwichtigste Grund, sich für oder gegen kollaborative Nutzung zu entscheiden, ist jedoch ein anderer: Verfügbarkeit. Folgt man den Erkenntnissen der Studie, so ist Verfügbarkeit sogar noch entscheidender als Vertrauen in die Plattform und die anderen Teilnehmer. Nichts schreckt potenzielle Zusammen-Nutzer also mehr ab als die Gefahr – oder auch nur  ‚gefühlte Gefahr‘ –, dass etwas genau dann nicht zu haben ist, wenn man es tatsächlich braucht.

Viele Plattformen für  Collaborative Consumption nutzen existierende Freundesnetzwerke, um Vertrauen zu schaffen. Das ist sinnvoll, ergibt aber ein Problem: Es erhöht die Wahrscheinlichkeit, zahlreiche ähnliche Dinge in einer Community zu haben, während andere fehlen.  Die Forscher raten daher dazu, das Publikum mehr zu mischen – je heterogener die gesamte Nutzerschaft, desto eher sind auch wirklich Sachen verfügbar, die man selbst nicht besitzt.

Ein weiterer Aspekt, der für gnibble besonders wichtig ist: Wie kann man sicher stellen, dass ich an den gesuchten Gegenstand dann herankomme, wenn es passt? Termine auszumachen und sich zur Übergabe zu treffen, kann funktionieren, ist aber mitunter kompliziert. Deswegen feilen wie gerade an einer besseren Lösung. Mehr dazu gibt’s bald.

© 2012 gnibble blog